Greta † und Ronja

Rasse: Labrador Retriever, geb. 1998
Hintergrund: ehem. Zuchthündin aus D
Ankunft: am 19. Mai 2007
Vermittlung: August 2007


Greta wurde mit zwei weiteren Hündinnen, Lady und Ronja, aus einer Vermehrerzucht in Deutschland vom Retriever-Netzwerk übernommen.

Sie kam zu M. und K.-H. W. in die Pflegestelle, wo sie bis zur Vermittlung liebevoll betreut und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet wurde.

Mit Unterstützung von UserInnen des Retriever-Netzwerk wurden bei Greta die medizinisch notwendigen Untersuchungen und Behandlungen, u.a. eine Zahn-OP, ermöglicht.
Die Kosten von knapp € 900,00 wurden von einigen Tierfreunden durch Zuwendungen, Patenschaften und Flohmarkterlösen gerne übernommen.

Ankunft Pflegefamilie am 20.05.2007

Das Profil der Pflegefamilie:
Greta war zu Beginn unserer Begegnung sehr schreckhaft. In einigen, für uns nicht immer nachvollziehbaren Situationen, zeigt heute noch Panik und Fluchttrieb. Dieses Verhalten hat sie in der Wohnung abgelegt und kann sich mittlerweile Zuhause gut entspannen. Sie kann allein bleiben und ist absolut stubenrein.

Fremden gegenüber ist sie etwas scheu tritt ihnen aber dennoch neugierig gegenüber. Sie verträgt sich ausgezeichnet mit Artgenossen und Katzen.

Das Thema Auto ist vorbildlich: rein und raus, allein oder auch über die Einstieghilfe, im Auto kommt sie schnell zur Ruhe.

9 Jahre Vermehrerisolation haben Spuren hinterlassen, die einfach Zeit brauchen. Selbst Bellen muss sie wieder lernen. Greta gibt ihr Bestes und in den knapp 4 Wochen, die sie hier ist, hat sie sich schon gut entwickelt. Sie orientiert sich sehr an unseren anderen Hunden Iwra und Hilde und die relativ festen Strukturen im Tagesablauf sind sicher vorteilhaft für sie.

Gretas Gebiss ist saniert worden und sie frisst wieder.
Der Stand der Blasenentzündung ist noch nicht gänzlich geklärt; wir haben noch einmal eine Urinprobe abgegeben. Lt. Ärztin war in der letzten Probe zumindest kein Blut mehr.
Die Ohren zeigen bei täglicher Kontrolle nur noch wenig Ausscheidungen.

Die Wunde, die durch die Entfernung des Grützbeutels am Schwanz entstanden ist, heilt ab.
Wenn dies abschließend geschehen ist, kann mit der Behandlung der Haut-/Fellmilben begonnen werden.
Die Haut schuppt auch so schon deutlich weniger als bei Ankunft und auch die Kratzattacken haben sehr stark nachgelassen.
Der graue Star kann später ggf. homöophatisch behandelt werden.
©Marion W. – Retriever-Netzwerk 2007

Im August zog Greta um, sie hatte ihre Familie gefunden.

Die folgenden Fotos wurden bei einem Spaziergang im November 2007 aufgenommen.

Wenige Wochen später, am 22. Dezember 2007, wurden ihr ihre Ängste zum Verhängnis.
Furcht und “Fluchtverhalten”, eine stundenlange Suche blieb leider ohne Erfolg.
Sie wurde von einem Auto angefahren und starb.
Ein tragisches Ende, Greta blieben nur 7 Monate Leben in Freiheit, aber in diesen 7 Monaten durfte sie Liebe und Geborgenheit erfahren, es waren wohl die schönsten Monate ihres leider zu kurzen Lebens.

Wir sind froh, dass Greta mit unserer Hilfe diese Zeit in der Pflegefamilie und Adoptivfamilie ermöglicht werden konnte und sie den Rest ihres trostlosen Lebens nicht weiter im Zwinger oder Stall verbringen musste.
© Retriever-Netzwerk

 

Ronja

Rasse: Flat Coated Retriever geb.: 07.Juni 1999
Hintergrund: ehemalige Zuchthündin
Ankunft: in der Pflegefamilie am 19.Mai 2007

Anfangs war Ronja ängstlich, nervös und zurückhaltend. Zu ihrem Pflegefrauchen baute sie schnell Vertrauen auf, die vorhandene Hündin war in den ersten Tagen eine große Orientierung.
Allerdings zeigten sich schnell große Verlustängste, mit dem geregelten Tagesablauf in der Familie hatte sie Probleme, auch konnte sie nicht alleine bleiben. Sie hat während der Anwesenheit aufgrund des Urlaubs in den ersten Tagen den Kontakt zu den Bezugspersonen gesucht, zeigte allerdings bei Abwesenheit extreme Verlassensängste.

Hinzu kam nach einer Eingewöhnungsphase, dass Ronja begann Ressourcen zu verteidigen, Futter, Spielzeug etc., wahrscheinlich auch die Bezugsperson gegenüber der eigenen Hündin.
So blieb dann ein Wechsel in eine andere Pflegestelle, hier mit Bleibeoption, unumgänglich.
Mit ihrer neuen Familie, den Kindern, dem ‚Haus und Hof‘-Verteidiger, ein stolzer Kater, gab es nur ein Problem, sie konnte immer noch nicht alleine bleiben, daran wurde gearbeitet.

Auch wenn der Erfolg lange auf sich warten ließ, Ronja hat bei dieser Pflegefamilie ein endgültiges Zuhause gefunden.
Leider stehen uns von Ronja keine Fotos zur Verfügung, was aber letztendlich zählt ist die Gewissheit, dass Ronja, zusammen mit Greta und Lady diese ‚Zucht‘ verlassen konnte.

Sie wurde, wie alle Hunde, einem TA vorgestellt und behandelt, gesundheitliche Baustellen bringen die meisten der ehemaligen Zuchthündinnen mit.

Drei von neun Zuchthündinnen, deren Lebensaufgabe einzig darin bestand Welpen zu produzieren, hatten ihre Freiheit gefunden.

Einer der Zuchtrüden dieser Vermehrerin wurde kurze Zeit später von einer Userin des ReNet privat übernommen.
Zitat Vermehrerin: Schließlich wolle sie im Alter von ca. 70 Jahren etwas kürzer treten, deshalb werde sie die Anzahl der Zuchthunde verringern.
Glück für die Hunde, aus unserer Sicht.
©Retriever-Netzwerk

 

Anm.: Greta kam als ehemalige Zuchthündin zum Retriever-Netzwerk. Wo wäre sie und zeitgleich zwei weiteren Hündinnen gelandet, hätten UserInnen des ReNet Greta nicht von diesem ‘Züchter’ übernommen und  mit Zuwendungen und Unterstützung  auf eine Leben in der Familie vorbereitet.
Auch wenn Greta, z.B. mit Fotos,  noch heute als ‘Werbung’ von einem anderen Verein ‘benutzt’ wird, so bleibt sie doch ein ehemaliger Notfall des Retriever-Netzwerk.
Vom Freikauf ausgedienter Zuchthunde distanziert sich trotzdem und augenscheinlich dieser Verein (leider auch einige andere Vereine) heute.

Dem Retriever-Netzwerk waren alle ehemaligen ‘Zuchthunde’ wichtig, soweit die Möglichkeiten der Aufnahme gegeben waren.
Ein Freikauf geschah immer zum Wohle der Hunde und keinesfalls als Untertützung eines Vermehrers/Züchter.
Kaum vorstellbar, was mit ehemaligen Zuchthunden geschah, für die von ‘Tierschutzvereinen und -orgas’ keine Ablöse gezahlt wurde?
Der Gedanke, dass sie gegen meist geringer Abblösesumme, die Tierschützer nicht bereit waren zu zahlen, an einen anderern Vermehrer verkauft wurden, ist schrecklich.